Wie unterscheiden sich Pferdechiropraktiker, -physiotherapeut und -osteopath?

Möglichst kurz und verständlich:

 

Der Pferdechiropraktiker befasst sich mit dem Skelett des Pferdes. Er manipuliert blockierte Gelenke, ohne weiter auf die umbegenden Weichteile wie Muskeln, Sehnen, Bänder und Fascien einzugehen.

 

Ein Pferdephysiotherapeut arbeitet an den Weichteilen, mit dem Ziel, eben diese zu lockern und die Durchblutung zu verbessern. Das ermöglicht dem Gewebe, sich zu regeneriern. Dabei wendet er unter anderem Muskeldehntechniken, Massagegriffe, Wärme- und Kältetherapie, Elektrotherapie und weitere physikalische Therapiemöglichkeiten an. Pferdephysiotherapie beinhaltet dabei weniger die Manipulation von blockierten Gelenken.

 

Der Pferdeosteopath hebt sich durch seine ganzheitliche Sichtweise von den oben genannten Berufsgruppen deutlich ab. So ist eine Blockade, vor allem wenn sie bereits länger besteht, immer auch mit einer Veränderung der umgebenden Weichteile verbunden (Muskeln, Sehnen, Bänder, Fascien, usw.).

 

Diese haben sich der veränderten Gelenkstellung angepasst, um sie zu kompensieren und dem Körper damit zu ermöglichen, weiterhin zu funktionieren. Dieser Prozess wird vom zentralen Nervensystem gesteuert und ist nicht willkürlich beeinflussbar. Beachtet man diese Strukturen bei der Manipulation des Gelenkes nicht, ist es möglich, dass die Blockade sich schon nach kurzer Zeit wieder einstellt. Denn die Muskeln und Bänder haben immernoch ihre (Ver-) Spannung, die in die Richtung der Blockade zieht.

 

Werden vom Pferdeosteopathen zuerst eben diese Weichteile gelockert und damit die Spannung aus dem betroffenen Gebiet genommen, ist es wenn noch nötig oft ein Leichtes, die Blockade mit einer gezielten Grifftechnik zu beseitigen. Nun hat auch das umliegende Gewebe die Möglichkeit, sich neu auf die wieder freie Gelenk-beweglichkeit einzustellen. Diese kann dann durch ein gezieltes Aufbautraining weiter gefestigt werden.